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Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! (Johannes 14,1)
Gedanken zum Thema der Jahreslosung
Johannes 14,1 zählt auf, was Menschen guttut, die Angst haben. Jesus vertröstet seine Jünger nicht in den Tagen seines Abschieds. Er sagt nicht: ,,Es geht alles so weiter.'' Er redet sehr real: ,,Wenn ich von euch gehe, werdet ihr erschrecken. Euer Herz wird eng werden. Ihr werdet euch fürchten: vor dem Alleinsein, vor dem Spott eurer Nachbarn. Aber habt Vertrauen. Glaubt an Gott. Er steht zu euch. Glaubt an mich. Ich habe euch den Weg gezeigt. Ich bin mit euch.''
Menschen erfahren Furcht und Angst
In Burgund gab es Mitte des 13. Jahrhunderts einen Ritter. Er hieß ,,Johann ohne Furcht'', weil er unerschrocken war. Klein von Wuchs, stark im Willen unternahm er riskante Feldzüge und man gab ihn den Namen ,,ohne Furcht''. Diesen Menschentyp gibt es manchmal, aber gewöhnlich kennt jeder Mensch Furcht und Angst. Unsere Großelterngeneration wuchs mit den Schrecken des Krieges auf, fürchtete sich vor der Unterdrückung und hatte existenzielle Angst vor dem Hunger. Unsere Generation kann die Augen nicht davor verschließen, daß wirtschaftliche und globale Krisen unsere Welt erschüttern. Angst steigt auf, geht zu Herzen, erschüttert und lähmt. Sie hat ihren Sitz im Gefühl, auch in der Intuition, der unbewussten Wahrnehmung. Es ist die Furcht vor konkreter Bedrohung oder die Reaktion des Bewussten auf eine gegenwärtige oder vorausgeahnte Gefahr. Die vier Grundängste sind: die Furcht vor dem Verlassenwerden; das Risiko, ein Objekt zu verlieren (die Eltern, einen geliebten Menschen); die Gefahr, bestraft zu werden (z.B. als ,,Verkehrssünder''); der Schuldvorwurf aus dem Über-Ich.
Wie kann man der Angst begegnen
,,Angst verleiht Flügel'', sagt ein Sprichwort. Bevor man über die eigene Angst wegfliegen kann, muß man die Blockade angehen. Ängste werden kleiner, indem ich sie prüfe: Was kommt auf mich zu? Wer kann mir helfen? Was tut mir gut? Für das Kind sind das die Hand der Mutter oder des Vaters, die Lampe am Bett, das Stofftier, das vertraute Abendgebet. Beim Erwachsenen ist dies nicht anders: Mit wem rede ich über meine Angst? Was ist real, was gefährlich, wo brauche ich Hilfe?
Was hilft Angst zu überwinden?
Cornelia Funke (Kinderbuchautorin von ,,Tintenherz'' u.a.), wurde gefragt, was denn der Sinn von Kinderbüchern sei. Sie antwortete: ,,Ein Buch ist ein behüteter Ort . Es läßt sich alles durchleben in der tröstlichen Gewissheit, daß Schrecken und Angst, Trauer und Verzweiflung ein Ende haben werden.'' Was ist für Kinder eine ,,tröstliche Gewissheit?'' Doch, wenn es gut ausgeht, wenn Ängste besiegt und Kummer überwunden wird. Das gilt auch für die Erwachsenen. Wenn schon fantasievolle Erzählungen dies fertigbringen, wie viel mehr ermutigen uns die Bibelgeschichten. Da erfahren Menschen in höchster Not, daß sie nicht alleine sind. Es geht nicht immer nur ,,gut'' aus, aber Gott ist da und läßt keinen Menschen allein. Wenn sie im Kindergottesdienst von Gott Abrahams erzählen, der mit ihm geht, wenn sie vom Regenbogen singen, der Zeichen eines Neuanfangs ist, dann sind das ,,Mut-mach-Geschichten'' gegen alle Furcht.
Auszug aus der Evangelischen Kinderkirche
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