| Gott spricht: Ich schenke ihnen ein anderes Herz und schenke ihnen einen neuen Geist. |
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| Mittwoch, 16. September 2009 | |||
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....Ich nehme das Herz aus Stein aus Ihrer Brust und gebe ihnen ein Herz von Fleisch. (Hesekiel 11,19) ..., der spuckt Gott ins Gesicht! ,,So, das übernehmt ihr bitte!'' Ein kurzes Aufstöhnen, doch dann beginnen meine Schülerinnen und Schüler von der Tafel abzuschreiben. Stille, na ja zumindest nur leises Gemurmel. „Mhm", denke ich, „es fragt ja heute gar keiner nach - Dann habe ich es also geschafft ordentlich zu schreiben!". Ich lasse meinen Blick schweifen. Was ist denn mit Chantal? Chantal kneift immer so die Augen zusammen, schaut angestrengt zur Tafel. „Sie sitzt doch mit dem Rücken zum Fenster. Blenden kann sie eigentlich nichts.", überlege ich. Ich sehe, sie hat noch nichts auf ihrem Blatt. Plötzlich reibt sie sich die Augen, senkt den Kopf – und schaut auf das Blatt ihrer Nachbarin...Dann beginnt sie zu schreiben. Immer so weit, wie ihre Nachbarin schon ist. Irgendwie ein eingespieltes Team. - Stimmt, häufig sehe ich wie Chantal die Augen zusammen kneift, wenn sie Dinge anschaut, die weit weg sind....und sich dann die Augen reibt. Mein Blick geht weiter in die Runde. Peter hat auch noch nichts geschrieben. Er hat nicht einmal ein Blatt vor sich. Ich gehe zu ihm. „Sag mal, hol mal deinen Block raus. Willst du gar nicht anfangen, zu schreiben?" Peter schweigt, schaut auf den Tisch. „Ich habe meinen Block heute vergessen.", gibt er mir möglichst leise zu verstehen. „Der hat immer seinen Block zu Hause vergessen!", ruft ein Klassenkamerad dazwischen. „Genau, der ist einfach zu blöd, die Sachen einzupacken!" Einige lachen. Chantal nicht. „Hier, kannst ein Blatt von mir haben!". Peter schreibt endlich ab. Da fällt mir was ein: Peter hat auch sehr lange gebraucht, das Kopiergeld abzugeben. Sein Klassenlehrer hatte mir erzählt, dass es ihn schon nervt. Nur von Peter fehlte das Geld lange... Chantal ist eben ein bisschen müde, Peter schusselig. So sind Schüler eben. Die müssen sich nur ein bisschen mehr anstrengen, dann wird das schon wieder. Sonst gefährden die beiden ihren Schulabschluss und ihre Chancen auf einen guten Arbeitsplatz. Doch bei genauerem Nachdenken keimt in mir der Unsicherheit: Was ist, wenn die beiden weder müde noch schusselig sind? Ich will nachfragen.Gleich nach dem Unterricht. „Mir ist da was aufgefallen, … wenn ihr darüber reden wollt..." „Nein, nein! Alles bestens, Herr Dittmann!" Ein paar Tage später. Chantal möchte mich sprechen. Sie erzählt mir von ihren Augen. Dass Sie kurzsichtig ist und für die Ferne eigentlich ne Brille braucht. Doch die bezahlt ihr die Krankenkasse nicht – sie ist über 18. Und das Geld, das die Brille kostet, können ihr die Eltern nicht geben. „Das Geld ist einfach zu knapp.", sagt sie. „Ich gebe dem Peter übrigens jetzt häufiger mal nen Blatt." - „Das ist aber nett!" - „Nee, dass ich nicht nett," wehrt sie ab. „Ich will nicht, dass er immer 'nen dummen Spruch abbekommt. Das hat er nicht verdient. Wer weiß, wie das bei ihm alles so ist". Sagt's und geht. Weiß Chantal, dass sie etwas Großes tut? Wieso? „Wer dem Armen missachtet, der spuckt Gott ins Gesicht. Wer dem Hilflosen beisteht, der ehrt Gott." (Die Bibel. Buch der Sprüche, Kapitel 14 Vers 31) Was sollte ich machen? Was machen Sie?
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