| Gedanken zum Sonntag, den 20.11.11 |
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| Samstag, 26. November 2011 | |||
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Wir bedanken uns bei Frau Frau Ilse Lontke (Superintendentin) die uns diesen Beitrag für die Kirchenhomepage zur Verfügung gestellt hat. Gedanken zum Wochenende
Zurück ins Leben
In diesen Tagen, wenn die Dunkelheit zunimmt und das Jahr langsam zu Ende geht, gehen viele auf die Friedhöfe. Sie statten ihren Verstorbenen gewissermaßen einen Besuch ab. Manche aus Pflichtbewusstsein, andere, weil es ihnen selbst guttut, an die Verstorbenen zu denken und den Ort aufzusuchen, an dem sie die letzte Ruhestätte gefunden haben, wieder andere, weil sie noch nicht fertig sind mit ihrer Trauer und sich wünschen, dass sie noch einmal mit ihren Verstorbenen irgendwie in Verbindung sind. - Bei Frau K. ist es anders. Sie fürchtet sich vor diesen dunklen Tagen und sie kann nirgendwo hingehen. „15 Jahre ist es jetzt her. Und ich bin noch immer nicht fertig damit." Sie hat ihr erstes Kind im 5. Schwan-gerschaftsmonat tot geboren. Man hat es ihr nie gezeigt. Das wollte man ihr ersparen. Was ist aus ihm geworden? Bis heute weiß sie es nicht. „Tagelang war ich wie versteinert. Dann konnte ich nur noch weinen." Es gibt viele Mütter und Väter, denen es ähnlich gegangen ist. Inzwischen weiß an, dass es wichtig ist, auch ein tot geborenes Kind anzuschauen und we-nigstens einmal im Arm zu halten. Und einen Ort zu haben, wo man dieses Kind, „besuchen" kann, das man schon geliebt hat, bevor es anfangen konnte zu leben. Kein anderes Kind kann es je ersetzen. Darum tut es gut, wenn man ihm einen Namen geben kann, weil es einzigartig ist. Damit hat es einen Platz in der Wirklichkeit und in der eigenen Erinnerung. – Die Trauer um ein gestorbenes Baby braucht seine Zeit. Sprüche wie: „Du bist doch noch jung und kannst noch andere Kinder haben", die helfen nicht. Vielmehr sind Menschen wichtig, die zuhören, die auch Tränen, Fragen und Zorn aushalten. Abschied nehmen tut weh, besonders von einem Kind. Aber dieser Abschied ist notwendig – im wahrsten Sinn des Wortes. Er kann Not wenden. Denn dieser Abschied schenkt den Eltern die Erinnerung an ihr Baby, das sie geliebt haben. Der Weg durch die Trauer ist schwer. Aber er führt zurück ins Leben. Und es tut gut, wenn da Menschen an der Seite sind, die ihn mitgehen, weil sie darauf vertrauen, dass gerade auf solchen Wegen spürbar werden kann, was es bedeutet, wenn Jesus den Seinen verspricht: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage – bis an der Welt Ende." Ilse Lontke, Superintendentin im Kirchenkreis Osterode
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