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Ev.-luth. St.-Georgs-Kirchengemeinde
Mitteldorf 35
37534 Eisdorf
Tel. 05522-82696

Abschiedspredigt von Pastor Kertess Drucken
Mittwoch, 12. Januar 2011


Pastor Jens Kertess


Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen
.

Liebe Gemeinde!
„Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“, schreibt der Apostel Paulus im Brief an die Korinther im dritten Kapitel. Sprich: Das Fundament der Kirche und jeder Ortsgemeinde ist Jesus Christus allein. Weder der Pastor noch der Kirchenvorstand, geschweige den der Pfarrsitz machen die Kirche aus; sind der Grund warum es die Kirche heute überhaupt noch gibt. Einzig und allein der Glaube an Jesus Christus selbst und die in seinem Namen versammelten Menschen sind das Fundament und die Basis der Kirche. Wo das vergessen und verdrängt wird gibt es eigentlich keine Kirche mehr. Hat Kirche ihren Sinn und Zweck verloren; hört sie auf zu existieren, weil sie sich nämlich nicht länger auf den Herrn der Kirche selbst gründet, sondern auf die eigenen Vorstellungen und Planungen, wie und wo Kirche zu sein hat. Doch der Apostel Paulus erinnert uns daran, was der Grund und das Fundament jeder Kirche und Gemeinde ist: Nämlich Jesus Christus. Er ist die Basis und Grundlage, auf der die Gemeinde und jegliche Gemeindearbeit fußt. Ohne ihn, den Grundstock und Eckstein ist Kirche und Gemeinde zum Scheitern verurteilt. Hat ganz gleich, was man in einer Kirchengemeinde mit anderen aufbauen konnte und durfte, weder Wert noch Bestand. Denn weder die Jugendarbeit, noch die Kindertagesstätte mitsamt ihrer Krippe, geschweige denn der Gemeindebrief oder die Altenarbeit haben in einer Kirchengemeinde Bestand, wenn wir außer Acht lassen, was der Grund des Glaubens und einer Kirchengemeinde ist. Die Basis und das Fundament sind wichtig und unabdingbar für eine Gemeinde Jesu Christi und alles was in ihr geschieht. Weil nur von dieser Basis und Grundlage aus gute und vielfältige Gemeindearbeit gelingen kann. Weil gerade sie uns immer wieder bewusst macht: Es kommt nicht in erster Linie auf den Pfarrsitz oder Amtsinhaber an, sondern vor allem auf den, dessen Worte und Taten wir auf vielfältige Weise weiterzugeben haben. Sei es nun in der Kindertagestätte, im Konfirmandenunterricht, im Haus Burgholte, oder im sonntäglichen Gottesdienst. Ob wir uns in Eisdorf-Willensen, Nienstedt-Förste, im Kirchenkreis Osterode oder auch in Peine befinden. Pastoren, Kirchenvorsteher, Jugenddiakone, Kirchenkreisamtsmitarbeiter, oder normale Gemeindemitglieder sind. Jede und jeder von uns ist dazu angehalten von dieser Basis aus die Botschaft des Evangeliums auf seine oder ihre Weise weiterzugeben. Um auf diese Weise an der Kirche, wie es der Apostel Paulus schreibt, als Mitarbeiter Gottes mitzuwirken und mit zu bauen. Und zwar nicht indem wir lange Zeit Gewohntes und Vertrautes versuchen fest zu zementieren; für unveränderbar erklären, sondern indem wir gerade von unserem von Gott in Jesus Christus gelegten Grund aus, Kirche versuchen zu bauen und zu gestalten. Denn so sehr, liebe Gemeinde, der Apostel Paulus uns auch auf das Fundament und die Basis der Kirche und jeder Kirchengemeinde hinweist. So sehr ist er sich dennoch durchaus bewusst, dass Kirche sich in einem stetigen Wandel befindet. Das Aufgebautes und gemeinsam Erreichtes nicht für alle Zeit Gültigkeit hat, weshalb er im Brief an die Korinther schreibt:

Ich nach Gottes Gnade habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister. Ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. 11)Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 12) Wenn aber jemand auf diesen Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh so wird das Werk eines jeden offenbar werden; den mit Feuer wird es sich offenbaren. 13) Der Tag des Gericht´s wird´s klar machen. und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. 14) Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. 15) Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; Er selbst aber wird gerettet werden, so wie durchs Feuer hindurch.
Ein anderer baut darauf und ein jeder aber sehe zu wie er darauf baut. Es ist gerade diese Feststellung und Aufforderung des Paulus, liebe Gemeinde, die uns in Erinnerung ruft: Die Kirche ist und bleibt eine Baustelle. Eine stetige Baustelle, wo jedoch zum Bau nicht leblose Materie, wie für das gleichnamige Gebäude verwendet wird, sondern das Beste, was es nach Gottes Ansicht dafür gibt: Und das sind die Menschen mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und Begabungen. Mit ihren Ideen und ihrem ganz persönlichen Einsatz für die Kirche Jesu Christi. Eben das, was ich hier in Eisdorf-Willensen, im Kirchen- kreis Osterode und in der Samtgemeinde Bad Grund in den ver- gangenen vier Jahren auf vielfältigstes und unterschiedlichste Weise erfahren habe. Sei es nun in unserer eigenen Gemeinde, oder im näheren bzw. weiteren Umfeld. Überall habe ich Menschen getroffen, die Kirche mit gebaut und gestaltet haben; Die bereit waren auch einmal Neues und Anderes zu probieren. Ich denke zum Beispiel an unsere Osterandachten auf dem Friedhof mit anschließendem Frühstück; unsere Kirche im anderen Licht; die Adventskonzerte und an die Einrichtung der Krippe in unserer Kindertagesstätte. Nicht zu vergessen die gemeinsamen Fahrten zum Evangelischen Kirchentag und auf die Burg Rieneck. Der Stationenweg mit den Kirchen- gemeinden der Samtgemeinde Bad Grund, der Konfi-Cup und die Schulgottesdienste in Badenhausen, sowie die Gottesdienste im
Haus Burholte oder in der Südwest Region. Bei all diesen und den unzähligen nicht genannten Dingen und Veranstaltungen, liebe Gemeinde, konnte und kann man sehen, wie vielfältig Kirche ist und sein kann, wenn wir, egal ob Konfirmand, Kirchenvorsteher oder einfaches Gemeindemitglied der Aufforderung des Apostel Paulus: Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut, nachkommen. Wenn wir auf den Grund, der in Jesus Christus gelegt ist, unsere Gemeindearbeit aufbauen. Wobei natürlich nicht das vergessen werden darf, was Paulus über das von uns errichtete und aufgebaute Werk schreibt. Nämlich: Das Werk eines jeden wird offenbar werden. Der Tag des Gericht´s wird´s klar machen. Und von welcher Art eines jeden Werk ist wird das Feuer erweisen. Kein Werk bleibt für die Ewigkeit. Auch das nicht, was in den vergangenen vier Jahren gemeinsam aufgebaut und erreicht worden ist. Was ich mir persönlich wünschen würde, dass es auch in Zukunft fortgesetzt bzw. weiter ausgebaut wird. Zum Beispiel das Konfirmanden sich nach der Konfirmation als Jugendleiter gemeinsam in den Kirchengemeinden Eisdorf –Willensen und Nienstedt-Förste engagieren; dass unsere Krippe in der Kindertagestätte ausgebaut wird, und das Armut weder in der Samtgemeinde Bad Grund, noch im Landkreis Osterode verborgen bleibt.
Doch daran mitwirken und etwas verändern, liebe Gemeinde, das konnten wir in der Vergangenheit und da bin ich mir sicher, das wird auch in Zukunft hier geschehen. Denn unabhängig davon, wie alt wir sind, ob wir der Kirche und unseren Gemeinden nun näher oder ferner stehen. Wir alle sind und bleiben Gottes Mitarbeiter. Und als Gottes Mitarbeiter sind wir- wo auch immer wir uns befinden mögen- dazu aufgerufen mit unseren Fähigkeiten an der Kirche Jesu Christi mit zu bauen, diese mitzugestalten. Egal, ob nun als Hauptamtlicher oder als Ehrenamtlicher; ob in Eisdorf-Willensen, im Landkreis Osterode oder in Peine. Wir können und sollen trotz aller Veränderungen an Gottes Kirche mit bauen, sie mitgestalten, weil nämlich das Fundament, das uns und die Kirche trägt, bleiben wird. Das Fundament, über das der Apostel Paulus schreibt: Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus, unser Herr. Auf ihn lasst uns vertrauen und hoffen, so wie in der Vergangenheit auch; auf das wir uns als gute Bauleute und Mitarbeiter Gottes erweisen. Amen